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Splendid Tales

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
416 Seiten
erschienen im Loewe Verlag

Zur Einstimmung auf das Formel-1-Rennwochenende in Österreich - mein erstes Rennen, bei dem ich vor Ort dabei sein werde - habe ich mit großer Begeisterung den dritten Band der »Vielleicht«-Reihe von Carolin Wahl gelesen. 😊

»Vielleicht Irgendwann« handelt von der dritten WG-Bewohnerin Karla, deren Leidenschaft der Motorsport ist. Früher ist sie selbst Kart gefahren, doch ihre Eltern konnten sich dieses kostspielige Hobby irgendwann nicht mehr leisten. Als Henning in ihr Leben tritt, erhält die chaotische Studentin mit chronischen Geldsorgen ein Angebot, dass sie unverhofft zurück in die Welt des Motorsports führt: Sie soll die Freundin des aufstrebenden Formel-2-Stars spielen. Dadurch würden sich Karlas finanzielle Probleme in Luft auflösen und Henning wäre sein Bad-Boy-Image los. Aber was passiert, wenn man nicht mehr zwischen einer vorgespielten Liebe und echten Gefühlen unterscheiden kann?

 
Auf die Buchreihe bin ich überhaupt erst wegen des Motorsport-Themas gestoßen und weil ich schon so gespannt auf »Vielleicht Irgendwann« war, habe ich die ersten beiden Bände schon in kurzer Zeit durchgelesen. (Die Rezensionen zu »Vielleicht Jetzt« und »Vielleicht Nie« könnt ihr lesen, wenn ihr auf die jeweiligen Links klickt.) Gott sei Dank wurde ich nicht enttäuscht: Sowohl die ersten beiden Teile als auch der Abschluss der Trilogie konnten mich definitiv begeistern.

Inhaltlich merkt man bei diesem Buch, wie sehr die Autorin selbst für das Thema Formel 1 brennt, dass sie sich gut auskennt, auch auf Details eingeht und Anspielungen auf reale Ereignisse mit unterbringt. Natürlich tritt, der Tatsache geschuldet, dass es immer noch ein New-Adult-Roman ist und die Liebesgeschichte um Karla und Henning im Mittelpunkt stehen soll, das Renngeschehen oft in den Hintergrund. Insgesamt ist es aber die perfekte Mischung aus Formel 1 und Romantik und dafür liebe ich das Buch! 💗

In die sympathischen Protagonistinnen der Trilogie - Gabriella, Joana und Karla - habe ich mich ohnehin schon lange verliebt und ich fand es toll, nun auch die liebenswerte Persönlichkeit von Karla noch genauer kennenzulernen. Dass die Autorin Carolin Wahl viel Liebe in die Entwicklung ihrer Charaktere steckt, hat mir der dritte Band nur nochmals bestätigt.

Der einfache und humorvolle Schreibstil der Autorin, der mich an einigen Stellen zum Schmunzeln bringt, gefällt mir nach wie vor und ich habe mich die ganze Lektüre über gut unterhalten gefühlt. 

Die Trilogie hat sich nun für mich wirklich zu einer Herzensreihe entwickelt, sodass ich ein klein wenig traurig bin, keine weiteren Geschichten über die liebgewonnene Münchner WG lesen zu können. 🥲 Mit ganz ganz viel Liebe bekommt »Vielleicht Irgendwann« 5 von 5 Herzen von mir.
 
 
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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
248 Seiten
erschienen im Loewe Verlag

In den letzten Wochen und Monaten kommt ein Comicbuch nach dem anderen auf den Markt. Vor allem Kinder scheint der Mix aus Text und Bild zum Lesen zu animieren. Das hat mich sehr neugierig gemacht und ich wollte mir deshalb auch mal ein paar Comics näher ansehen. Das erste Comicbuch, das ich euch heute vorstellen möchte, behandelt die Themen Gehörlosigkeit, Anderssein und Freundschaft. Es ist für Kinder ab 10 Jahren und erscheint übermorgen, am 15.06.2022, beim Loewe Verlag.
 
Auf eine neue Schule gehen und Freunde finden mit einem riesigen Hörgerät am Körper? Dafür braucht Cece definitiv Superkräfte! Da kommt die verblüffende Entdeckung, dass das Hörgerät ihr eine besondere Fähigkeit verleiht, gerade recht. Cece wird als Superheldin ›El Taubinio‹ zur Zuhörerin für alle und – was noch viel wichtiger ist – sie lernt mehr und mehr, sich selbst zu akzeptieren, wie sie ist, und findet schließlich die Freundin, nach der sie sich immer gesehnt hat.
 
Bei »El Taubinio« handelt es sich um eine autobiographische Geschichte. Cece Bell verlor selbst im Alter von vier Jahren ihr Gehör. In diesem Comic teilt sie ihre Erfahrungen, die sie als gehörloses Kind gemacht hat und beschreibt authentisch das Gefühl der Unsicherheit, das vorherrscht, wenn man mit einem riesigen, für alle anderen sichtbaren Hörgerät zur Schule gehen muss.

Die Autorin hat mein Herz sowohl mit ihren warmherzigen Worten als auch mit den süßen, humorvollen Illustrationen wirklich glücklich gemacht! Das Buch ist ingesamt unglaublich bezaubernd und gleichzeitig so informativ. Beispielsweise wird dargestellt, welche Sprechsituationen gehörlosen Menschen Probleme bereiten können und ich als Leserin konnte sehr gut nachvollziehen, wie sich das, was Gehörlose in Gesprächen verstehen, anhört. Ernsthafte Themen wie wahre Freundschaft und Selbstakzeptanz werden hier auf leichte, unterhaltsame Art aufbereitet. Außerdem habe ich die Hauptfigur Cece richtig schnell liebgewonnen.

Ich wollte eigentlich ein paar besonders schöne Stellen aus dem Buch raussuchen und in den Post mit einbauen. Allerdings ist quasi auf jeder Seite eine interessante Information, ein zuckersüßes Bild oder ein witziges Detail zu entdecken, weshalb ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welche Seite ich euch zeigen möchte und beschlossen habe, dass es wohl das beste ist, wenn ihr »El Taubinio« selbst lest. Ich bin mir sicher, dass jede und jeder etwas aus dieser Geschichte mitnehmen kann und es nicht bereuen wird, zu diesem Buch gegriffen zu haben.

Für mich wird »El Taubinio« sicher nicht der letzte Comic gewesen sein. Anfangs war ich etwas skeptisch, ob mir ein Buch ohne eine umfangreiche Geschichte im Fließtext überhaupt gefallen wird. Aber Cece Bell konnte mich mit ihrem Comic definitiv überzeugen und ich finde, dass diese Geschichte mein Einfühlungsvermögen und meine Vorstellungskraft tatsächlich nochmal mehr angeregt hat als viele andere Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Denn obwohl man das Buch so schnell durchgelesen hat, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Geschichte an der Oberfläche bleibt. Im Gegenteil: Sie ist sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet.

Alles in allem ist »El Taubinio« für jeden empfehlenswert und obwohl es eigentlich ein Kinderbuch ist, können mit Sicherheit auch erwachsene Leserinnen und Leser wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Ich vergebe deshalb mit großer Freude 5 von 5 Herzen.
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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
416 Seiten
erschienen im Loewe Verlag

Joana lebt ein geordnetes Leben: Sie studiert Biochemie, wohnt mit ihren Freundinnen Karla und Gabriella in einer WG und ist schon seit mehreren Jahren in einer Beziehung. Doch dieses Leben entspricht nicht dem, was sie sich immer erträumt hat, ihre wahren Wünsche und Träume von der Zukunft verbirgt sie tief in ihrem Inneren und nie ist Joana so richtig glücklich. Als Karlas Bruder Kilian, den Joana schon seit ihrer Kindheit kennt, nach München zieht, macht dieser mit seinen provokanten Sprüchen und actionreichen Unternehmungen Joanas Leben zu einer Achterbahnfahrt. Obwohl Kilian, der den Nervenkitzel liebt, auf den ersten Blick so gar nicht in ihren sicheren, geregelten Alltag zu passen scheint, blickt er als Einziger hinter Joanas Fassade und erkennt ihre Zukunftsängste und wahren Träume. Dank ihm kann Joana ihre dunkle Vergangenheit endlich loslassen und ihre Träume verwirklichen...

Nachdem im ersten Band die Geschichte von Gabriella und Anton erzählt wurde, lernt man in »Vielleicht Nie« Joana näher kennen. Anfangs habe ich mir mit ihrem Charakter zugegebenermaßen etwas schwer getan und bin nicht wirklich warm mit ihr geworden. Je weiter die Geschichte aber voranschritt und mehr Informationen über Joanas Vergangenheit und Hintergründe eröffnete, desto mehr Parallelen konnte ich zwischen ihr und mir erkennen, wodurch die Figur für mich ein hohes Identifikationspotenzial aufweist. Kilian mit seiner einfühlsamen Art mochte ich außerdem total gerne und ich habe mich sofort in ihn verliebt. Auch er legt über die Geschichte hinweg eine Entwicklung hin und ist der perfekte Gegenpol zu Joana.

Die Beziehung der beiden ist aber keinesfalls kitschig, sondern erhält durch die Sticheleien, die sich die beiden hin und wieder liefern, eine gute Pirse Humor und ist gleichzeitig auch ernst und tiefgründig. Die Offenheit und Ehrlichkeit der beiden sowie die Tiefe ihrer Beziehung hat mir gegenüber Anton und Brie im ersten Teil viel besser gefallen.
 
Die Stadt München als Setting finde ich nach wie vor sehr schön und da darf die Wiesn als Schauplatz natürlich nicht fehlen. Die Autorin Carolin Wahl hat eine wundervolle Atmosphäre gezaubert und ihr lockerer Schreibstil lässt einen regelrecht durch die Seiten fliegen, weshalb man die Bücher leider viel zu schnell ausgelesen hat.

Die wunderschöne und prickelnde Liebesgeschichte bereitet einem wirklich Herzklopfen. Daher bekommt »Vielleicht Nie« 5 von 5 Herzen und ich kann die »Vielleicht«-Reihe jedem New-Adult-Liebhaber nur empfehlen! 💗

Nun kann ich es kaum noch erwarten, auch den dritten Teil endlich zu lesen, der in meinem Bücherregal schon in den Startlöchern steht. 😊

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Da ich gestern Abend mit einer Freundin im Kino war, gibt es heute anstelle einer Buchrezension ausnahmsweise mal eine Kritik zu einem Kinofilm, und zwar zu »Wunderschön« - einem schönen Film mit einer positiven und tollen Message.
Der Film dreht sich um fünf Frauen - Sonja gespielt von Karoline Herfurth, Julie gespielt von Emilia Schüle, Vicky gespielt von Nora Tschirner, Frauke gespielt von Martina Gedeck und Leyla gespielt von Dilara Aylin Ziem - die an unterschiedlichen Punkten ihres Lebens stehen und alle auf ihre eigene Weise unzufrieden sind - sei es, weil sie sich nicht schön, nicht glücklich oder nicht erfolgreich fühlen. Jede von ihnen versucht, dem gesellschaftlichen Idealbild von Schönheit und beruflichem Erfolg nachzueifern. 
Die fünf Hauptcharaktere entsprechen alle einem bestimmten Klischee, wodurch das innovative Potential eventuell etwas verloren geht, aber dafür stellt es meines Erachtens ein realistisches Abbild der Gesellschaft dar, da alle kein perfektes Leben führen, sondern jede mit Sorgen belastet ist. Allenfalls fehlt es dem Film etwas an Diversität: So spiegelt sich in allen Beziehungen die heterosexuelle gesellschaftliche Norm wider und auch in Bezug auf die Repräsentation verschiedener Ethnien zeigt sich keine Vielfalt.
Was ich sehr positiv empfand, ist, dass keine der fünf Figuren zu kurz kommt, sondern die Geschichte jeder Frau sensibel und tiefgreifend erzählt wird, ihre Unsicherheiten und Verletzlichkeiten gezeigt werden und man stets einen Blick hinter die Fassade werfen kann. Dabei werden die ernsten Themen immer auch durch humorvolle Dialoge oder romantische Szenen aufgelockert, sodass eine gute Mischung aus Schwere und Leichtigkeit entsteht.
Im Vergleich zu anderen Kinofilmen ist dieser mit 132 Minuten Länge tatsächlich nicht ganz kurz, jedoch hat er sich an keiner Stelle in die Länge gezogen und keine Szene hat mich gelangweilt. Im Gegenteil - um die Geschichte von fünf Frauen hinreichend zu erzählen und allen gleichermaßen gerecht zu werden, braucht es diese Zeit und ich war unendlich traurig, als der Film schon zu Ende war.
Im Großen und Ganzen ist »Wunderschön« ein Abbild verschiedener Lebenswirklichkeiten und jeder Zuschauer und jede Zuschauerin kann sich sicher mit mindestens einer Figur identifizieren. Es ist also ein Film für alle Altersklassen, wodurch er sich für mich besonders positiv hervorhebt.
Deshalb möchte ich »Wunderschön« gerne 5 von 5 Herzen geben.


Quelle Foto: FILMSTARTS.de



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13h 32min (496 Seiten) 
erschienen bei Random House Audio
 
Nachdem im Januar bei mir romantische Liebesgeschichten auf dem Programm standen, war nun endlich mal wieder Zeit für einen Thriller - und zwar einer, der es in sich hatte. Eher durch einen glücklichen Zufall bin ich über das Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe auf dieses Hörbuch gestoßen, bin nun aber unglaublich dankbar dafür, es kostenlos zum Rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. Die Autorin hat mich mit ihrer Geschichte so überzeugt, dass ich unbedingt auch ihre anderen Bücher, die sie bisher veröffentlicht hat, lesen möchte.
 
»Beste Freundin - Niemand lügt so gut wie du« handelt von einer Journalistin - Jess Fox - die über einen Doppelmord berichten soll, der in ihrer Heimatstadt Tilby geschehen ist. Der Ort ist aber nicht die einzige Verbindung, die Jess zu diesem Verbrechen hat, sondern darüber hinaus ist auch die Tatverdächtige ihre ehemalige beste Freundin Heather Powell. Durch diese Konstellation ist die moralische Zwickmühle, in der Jess bei der Berichterstattung steckt, natürlich vorprogrammiert und somit wird es für sie zu einer Gratwanderung, einerseits ihrem Job gerecht zu werden, indem sie eine gute Story abliefert, andererseits aber auch dei Privatsphäre derjenigen Menschen, die sie in ihrer Jugend lieb gewonnen hat, zu achten. Während ihrer Recherche taucht Jess mehr und mehr in ihre, aber vor allem auch in Heathers Vergangenheit ein und die Hinweise, die zu dem Tag führen, an dem Heathers Schwester Flora verschwand, und die auch eine Verstrickung Jessicas in die ganze Sache aufdecken, häufen sich. Hinter dem anfangs willkürlich erscheinenden Doppelmord steckt also mehr als zunächst alle ahnen...
 
Was mir an dem Hörbuch besonders gut gefallen hat, ist, dass es von verschiedenen Stimmen vorgelesen wird. Dadurch kommen die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird, sehr gut zur Geltung und das Hörerlebnis gestaltet sich abwechslungsreich. Mit den Perspektiven wechselt aber nicht nur die Sprecherstimme, sondern auch auf der Erzählebene findet ein Umbruch statt, indem Jess' Passagen in der Ich-Form und Margots Passagen in der personalen Erzählform geschrieben wurden. Außerdem gibt es noch kurze Einschübe aus Heathers Sicht, wobei es sich eher um Gedanken- und Erinnerungsfetzen handelt, die sich wohl in ihrem Kopf abspielen, während sie im Koma liegt. Aber auch diese bringen nach und nach mehr Details ans Tageslicht und bilden somit ein zusätzliches spannungssteigerndes Element.
 
Eine weitere Qualität dieser Geschichte ist es, dass die Autorin es auf grandiose Art und Weise geschafft hat, immer wieder kleine Hints einzubauen, die zur Auflösung der Handlung beitragen und den Leser oder Hörer bei der Stange halten, gleichzeitig aber nicht zu offensichtlich sind, sodass man den Ausgang schon irgendwie vorhersehen könnte. Die Spannung fällt im Handlungsverlauf zu keinem einzigen Zeitpunkt ab und vor allem gegen Ende hin gibt es nochmals einige Wendungen - Claire Douglas hat diese Geschichte also einfach nur genial konzipiert. Dies hat auch dazu geführt, dass ich wann immer es mir möglich war, weiterhören wollte und das Hörbuch in nur wenigen Tagen durch hatte.
 
Ebenso wie die Storyline sind auch die Charaktere vielschichtig und gründlich ausgearbeitet. Auffällig war für mich, dass die Hauptfiguren allesamt weiblich waren und die Männer nur nebensächliche Rollen spielten. Das mag vielleicht den ein oder anderen, der ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bevorzugt, stören, ich persönlich hatte dagegen aber überhaupt nichts, da ich mich in weibliche Charaktere ohnehin meistens besser hineinversetzen kann. In dieser Hinsicht hat mich das Buch von der Figurenkonstellation her aber stark an Sarah Pinboroughs »Tief ins Herz«, bei dem auch drei Frauen im Mittelpunkt des Geschehens stehen und die Zusammenhänge der Ereignisse einige Jahre in die Vergangenheit zurückführen, erinnert. Auch von diesem Thriller war ich damals absolut begeistert. Innerhalb dieses Genres stehen also beide Bücher für mich als unangefochtene Favoriten auf einer Stufe und ich möchte jedem Thriller-Fan ans Herz legen, sie zu lesen.
 
Nun bin ich mit meiner Rezension am Ende ohne auch nur einen einzigen Kritikpunkt genannt zu haben. Mein Fazit zu Claire Douglas' »Beste Freundin« lautet also wenig überraschend: Es ist ein unglaublich fesselnder Thriller, der nicht nur Charaktere mit Tiefgang enthält, sondern auch eine sehr gut entwickelte Hintergrundgeschichte. Für mich war es definitiv ein Highlight und deshalb gebe ich eine klare Hör- oder auch Leseempfehlung - je nachdem, welches Format man bevorzugt. 
Ich hoffe sehr, dass wir von dieser Autorin in Zukunft noch viele weitere packende Geschichten erwarten dürfen...

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13h 18min (512 Seiten)
erschienen bei Random House Audio
 
 
Zwei parallele Handlungsstränge, die am Höhepunkt der Geschichte zusammengeführt werden und ein Selbstmord, der ein ganzes Leben auf den Kopf stellt - das ist Charlotte Links »Der Verehrer«.

Von Anfang an hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen und man merkt, dass die Autorin genau weiß, wie man eine spannungsgeladene Stimmung erzeugt und über weite Strecken der Handlung aufrechterhält.

Mit detailreichen Beschreibungen der Handlungsorte ebenso wie der Gedanken und Gefühle von den Handlungsfiguren ermöglicht Charlotte Link dem Leser, sich alles sehr genau vorstellen zu können und sich den Figuren nahe zu fühlen. Trotz dessen, dass ich eigentlich lieber Bücher mag, in der aus der Ich-Perspektive erzählt wird, habe ich bei dieser Geschichte richtig mitgefiebert und schon nach kurzer Zeit hat es mich überhaupt nicht mehr gestört, dass die Handlung hier nicht aus Sicht einer Figur geschildert wurde.

Die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge geschieht im Verlauf der Erzählung ganz nebenbei. Anfänglich kann man selbst noch etwas rätseln, wie genau die beiden Handlungen zusammenhängen, doch dann wird es schon bald klar. Ziemlich überraschend fand ich, dass der Höhepunkt der Geschichte verhältnismäßig früh kommt - das heißt, man weiß schon weit vor Ende der Geschichte, wer die bösartige Figur ist und gegen Ende gegen Ende ist es ein bisschen ein Katz-und-Mausspiel: Wer hat die besseren Nerven? Wer hält länger durch? Wer geht taktisch klüger vor? Kann das Böse besiegt werden oder wird es weitere Opfer geben? Es sei also so viel vorweggenommen: Obwohl man schon früher weiß, wer der Täter ist, bleibt es bis zum Schluss hochspannend!
 
Besonders wichtig bei einem Hörbuch ist schließlich auch immer der Vorleser bzw. in diesem Fall die Vorleserin. Ich kenne auch Hörbücher, bei denen ich die vorlesenden Stimmen eher unangenehm finde, und dann ist es eine Qual, sich durchzukämpfen und eine gute Geschichte kann dadurch gut und gerne mal kaputt gemacht werden. Hier ist das aber ganz und gar nicht der Fall! Das Buch wird vorgelesen von Tessa Mittelstaedt, welche der Geschichte mit ihrer Stimme Leben einhaucht. Ich habe ihr die ganze Zeit über erwartungsvoll gelauscht und der gewisse Suchtfaktor, den dieser Thriller auf jeden Fall birgt, ist meines Erachtens deshalb nicht allein dem erstklassigen Handlungsaufbau, sondern ebenso der hervorragenden Vorleserin zuzuschreiben.
 
Ich möchte Charlotte Links Thriller »Der Verehrer« - und insbesondere das Hörbuch - jedem ans Herz lesen, der genauso gerne Bücher mit Nervenkitzel liest oder hört wie ich. 
Zuletzt bleibt mir nur noch zu sagen: Vielen lieben Dank an die Penguin Random House Verlagsgruppe, welche mir das Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und mir somit ein aufregendes Hörerlebnis beschert haben!
 


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288 Seiten
erschienen bei Fischer Verlag
 
Drei Kontinente, drei Frauen, drei Schicksale - wie drei Strähnen eines Zopfes werden sie miteinander verschlungen und schlussendlich alle mit einem Band zusammengebunden.
Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein: In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, als sie von ihrer schweren Erkrankung erfährt. Bei all diesen unterschiedlichen Lebenssituationen haben die drei Frauen doch eins gemeinsam: Sie kämpfen für ihren Traum von Freiheit und lassen sich von ihrem Weg nicht abbringen.

 

Dieses Buch war aufgrund der kunstvollen Erzählweise, die es so einzigartig macht und von anderen Büchern unterscheidet, ein ganz besonderes Buch für mich. Gleich drei bewegende Geschichten werden in »Der Zopf« erzählt und auf wunderbare Weise miteinander verbunden.
 
Die Stärke der drei weiblichen Protagonistinnen hat mich wirklich beeindruckt: eine liebende Mutter, die im Kastensystem der indischen Gesellschaft gefangen zu sein scheint, eine tüchtige junge Frau, die Verantwortung zeigen und wichtige Entscheidungen treffen muss und eine Karrierefrau, die den Balanceakt zwischen Familie und Beruf ganz hervorragend meistert und dem Schicksal trotzt. Ich bin mir sicher, dass sich jeder Leser in einer der drei Frauen wiederfinden und sich von ihnen inspirieren lassen kann.

Durch die einfache Sprache und kurzweilige Handlung war das Buch für mich ein richtiger Pageturner.

Mit »Der Zopf« hat es Laetitia Colombani geschafft, einen festen Platz in meinem Herzen zu erobern und so bewerte ich es mit 5 von 5 Herzen. Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Bücher der Autorin. 💙
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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
6h 03min (256 Seiten)
erschienen bei Random House Audio
 
Warum ist tägliches Duschen gar nicht so gut? Wie backt man den perfekten Schokoladenkuchen? Und was hat es mit dem Jo-Jo-Effekt auf sich? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die Chemikerin und YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim in ihrem Buch »Komisch, alles chemisch!«. Wer nach dem Lesen oder Hören des Buches nicht genug bekommen kann, der kann sich ihre über 100 Videos auf dem YouTube-Kanal maiLab ansehen, in denen sie Alltagsmythen auf den wissenschaftlichen Prüfstand stellt und Phänomene des Alltags chemisch erklärt.Nun aber zum Hörbuch selbst: Als sehr positiv habe ich es empfunden, dass die Autorin selbst das Hörbuch eingesprochen hat. Sie hat eine unglaublich angenehme und sympathische Stimme und man hört ihr an, wie sehr sie für das Thema brennt und welches Wissen und welche Leidenschaft sie in ihr erstes Buch gesteckt hat.
 
Mai Thi nimmt uns für einen Tag lang mit in ihr Leben - vom morgendlichen Aufstehen begleitet von einem schrillen Weckerklingeln bis zum Glas Wein, mit dem sie den Abend ausklingen lässt. Alle Dinge, mit denen sie sich am Tag so befasst, werden aus der wissenschaftlichen - genauer gesagt chemischen - Perspektive aufbereitet. Die fachlichen Informationen werden zur Entspannung zwischendurch immer wieder mit persönlichen Anekdoten versehen, wodurch ein guter Mix aus Wissensvermehrung und Unterhaltung entsteht.
 
Entsprechend der Gattung des Sachbuchs lassen sich naturwissenschaftliche Fachbegriffe und biologische oder chemische Konzepte (z.B. Oktettregel, Melatonin, fight-or-flight-reaction, etc.) nicht vermeiden, denn schließlich erhebt das Buch den Anspruch, fachliche Informationen zu vermitteln. Doch die Autorin schafft es, diese Begriffe und Konzepte in einfacher Sprache zu erklären, sodass man dem ganzen Hörbuch sehr gut folgen konnte auch ohne viel chemisches Grundwissen. Wissenschaftliche Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären ist meiner Meinung nach eine ganz besondere Qualität, durch die sich die Autorin auszeichnet und von der sich so mancher Dozent an meiner Uni noch eine Scheibe abschneiden könnte. 😉
 
Ein Element, das mir beim Hörbuch noch einmal wichtiger erscheint, als wenn ich ein Buch selbst lese, ist Humor. Und auch der kommt bei Mai Thi nicht zu kurz: Auf humorvolle Weise beschreibt sie die Kariesbakterien mit ihren säurehaltigen Ausscheidungen als pupsende Wesen in unserem Zahnbelag. Damit gestaltet sie ein unterhaltsames Lese- oder Hörerlebnis und entlockte mir stellenweise immer wieder ein Lachen.
 
Letztlich muss ich - zum großen Bedauern meines alten Chemielehrers - feststellen, dass die Autorin von »Komisch, alles chemisch!« mit ihrem Charme und ihrer Leidenschaft für das Fach die erste und bisher einzige war, die in mir ein Interesse für Chemie wecken konnte. Aus diesem Grund bleibt mir natürlich nichts anderes übrig, als dem Hörbuch 5 von 5 Herzen zu geben. 😊
 
Herzlichen Dank außerdem an Random House, die mir das Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!
 


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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
448 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag 

„Tief ins Herz“ ist ein schrecklich guter Thriller, der tatsächlich tief unter die Haut bis ins Herz geht.

Protagonistin Lisa ist eine alleinerziehende überfürsorgliche Mutter. Für sie gibt es nur ihre sechzehnjährige Tochter Ava sowie ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Marilyn. Vor einer neuen Beziehung hat sie Angst. Plötzlich passieren in Lisas Alltag merkwürdige Dinge, die in ihr Erinnerungen an die Vergangenheit wecken und sie immer mehr aus der Fassung bringen. Es scheint jemanden zu geben, der Lisa und ihre Tochter ins Visier genommen hat und das Geheimnis, mit dem Lisa schon viele Jahre lang lebt, ans Licht bringen will…

Für mich war das Buch von Sarah Pinborough ein richtiger Pageturner. Dadurch dass die Geschichte zahlreiche Wendungen bereithält, war sie spannend vom Anfang bis zum Schluss.

Der Thriller ist in drei Teile untergliedert plus einen Prolog und einen Epilog. Besonders in Teil zwei und drei kommt es oft zu Rückblenden und danach wieder Zeitsprünge in das Jetzt. Die Kapitel werden überwiegend aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: aus Lisas, Avas und aus Marilyns Sicht. Dies führt dazu, dass man sich in alle drei Hauptfiguren besser hineinfühlen kann, man versteht ihren Standpunkt, ihre Gefühle und Handlungsweisen. Oftmals finde ich Zeitsprünge und Perspektivwechsel innerhalb eines Buches anstrengend und verwirrend. Hier war das durch eindeutige Kapitelüberschriften aber nicht der Fall, und um die Geschichte so aufzuziehen genau richtig.

Die Charaktere sind sehr facettenreich, alle drei Hauptfiguren haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. Und ich konnte zu allen drei Sympathien aufbauen, am allermeisten zu Lisas Freundin Marilyn, die am Anfang noch gar nicht so im Mittelpunkt steht, aber ab dem zweiten Teil immer wichtiger für die Handlung wird.

Zuletzt möchte ich auch das Cover nicht unerwähnt lassen – ein Herz mit vielen Nadelstichen – das, wie ich finde, einfach perfekt gewählt ist. Denn auch die Protagonistinnen mussten bereits mehr oder weniger viele Stiche ins Herz erleiden.

Wie vermutlich aus jedem Satz hervorging, kann ich „Tief ins Herz“ von Sarah Pinborough absolut weiterempfehlen! Es bekommt von mir 5 von 5 Herzen. Der Kommentar von Harlan Coben auf dem Einband „Sie werden dieser Autorin verfallen.“ hat sich bei mir definitiv bewahrheitet. Ich möchte mich deshalb herzlich beim Rowohlt Verlag bedanken, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hat. 😊
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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
444 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag

Der Thriller von Christi Daugherty konnte mich von den ersten Seiten an begeistern und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die Mutter von Polizeireporterin Harper McClain wurde ermordet, als Harper selbst noch ein Kind war. Sie wurde damals brutal erstochen und anschließend von ihrer Tochter aufgefunden. Der Täter wurde nie gefasst und nun, 15 Jahre später, ereignet sich ein identischer Mord an einer dreißigjährigen Frau, die ebenfalls von ihrer zwölfjährigen Tochter entdeckt wird, als diese von der Schule nach Hause kommt. Doch die Polizei glaubt nicht so recht an einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden, die Zeitlich so weit auseinanderliegen. Also ermittelt Harper McClain, die sich als Journalistin auf die Berichterstattung über Gewaltverbrechen spezialisiert hat und somit den Tatort mit eigenen Augen gesehen hat, auf eigene Faust. Denn sie will endlich den Mörder ihrer Mutter finden, der nun wohl erneut zugeschlagen hat.

Mit der Protagonistin Harper McClain bin ich sehr schnell warm geworden und habe mit ihr beim Lösen des Falls richtig mitgefiebert. Dazu beigetragen hat aber sicherlich nicht nur Harpers Entschlossenheit, den Fall zu lösen, sondern auch die stetige Spannungssteigerung, welche die Autorin in ihrem Debutroman wunderbar geschaffen hat. Noch dazu schreibt Christi Daugherty sehr anschaulich, somit ist man als Leser auch im Setting richtig mit drin und kann sich jederzeit vorstellen, wo Harper sich gerade befindet ohne jemals in Savannah (die Stadt in der die Handlung stattfindet) gewesen zu sein. Was mir persönlich außerdem gut gefallen hat ist die Kürze der Kapitel. Das ist natürlich nur eine persönliche Vorliebe aber da ich öfter im Bus, im Wartezimmer oder zwischen zwei Terminen lese, ist es praktischer wenn ein Kapitel immer nach ein paar Seiten zu Ende ist und man so nicht irgendwo mittendrin aufhören muss.

Einziger Negativpunkt ist, dass das Finale zum Ende hin etwas vorhersehbar war, der Cliffhanger hat dies aber wieder wett gemacht und ich denke, alle Fans dürfen auf eine Fortsetzung hoffen! :)

Eigentlich erscheint das Buch erst am Dienstag, den 23.10.2018. Aber Dank dem Rowohlt Verlag durfte ich es schon vorab lesen und rezensieren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Rowohlt Verlag, dass ihr auch kleinen Buchbloggern die Chance gebt, Rezensionsexemplare zu erhalten und Danke an Christi Daugherty für diese grandiose Geschichte! Meine Begeisterung spricht wohl für sich: das Buch bekommt von mir 5 von 5 Herzen.
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♥ ♥ ♥ ♥ ♥
128 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag


Erst einmal vorweg: Ich habe mich letzten Samstag riesig darüber gefreut, als ich das Buch dank dem Goldmann-Verlag – der es mir als Rezensionsexemplar zugeschickt hat – bereits zwei Tage vor seinem Erscheinen in meinen Händen halten durfte. Ihre ersten drei Bücher hab ich geliebt und so hab ich natürlich dem vierten Band umso mehr entgegen gefiebert.


Julia Engelmann offenbart in «Keine Ahnung, ob das Liebe ist» wieder einmal viel Persönliches. Denn sie spricht Themen wie Selbstfindung, Erwachsenwerden, seinen eigenen Platz in der Welt finden und die Beziehung zu den Eltern an. Im Vordergrund steht in diesem Band aber mal wieder – wie in «Wir können alles sein, Baby» - die  Beziehung zwischen zwei Liebenden. Nahezu alle Leserinnen werden sich wohl in den Gedichten wiederfinden und sie auf ihre eigene Lebenswirklichkeit übertragen können. Das ist unter anderem das, was Julia Engelmann ausmacht: sie gibt ihren Lesern die Möglichkeit zur Identifikation.

Was an der Sprache sofort auffällt ist, dass sie zum einen modern, zum anderen aber auch poetisch und emotional mitreißend ist. Die Autorin schreibt aber nicht nur in poetisch schön klingenden Worten, sondern sie schafft es zugleich auch, ihren Worten bzw. Texten Aussagekraft und Gehalt zu verleihen und zeichnet sprachlich wundervolle Bilder.

Betrachtet man zuletzt noch das Cover, so muss ich gestehen, dass ich es nicht so schön finde, wie die der ersten drei Bände. Ich hätte mir gewünscht, dass es wieder im gleichen Stil erscheint und sich im Bücherregal nicht von den anderen Büchern abhebt. Die Zeichnungen machen jedoch unverkennbar, dass es sich um ein weiteres Buch von Julia Engelmann handelt.


Meiner Meinung nach ist dieser Band nach einem minimal schwächeren Zweiten und Dritten wieder genauso stark wie ihr Debüt «Eines Tages, Baby» und überzeugt gleichermaßen durch Leichtigkeit und Intensität.
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